Wer hätte das gedacht?!
Als die Idee zu einer solchen Veranstaltung im November 2001 geboren wurde, war nicht nur ich recht skeptisch:
"Stellt Euch mal vor, wir machen einen Tag der Offenen Tür und dauernd kommt keiner!"
Die Zusagen kamen zuerst zögernd, so dass wir Ende Dezember mit 100 bis 150 Gästen rechneten - immerhin!
Aber in den Folgewochen kamen die Anmeldungen immer schneller bis hin zu lapidaren E-Mails: "Der XY-Verein kommt am 23.2. mit 40 Personen."
Busunternehmer riefen bei uns an, um nach einer Wegbeschreibung zu fragen. Am Tag vor dem Ereignis hatten wir 530 Anmeldungen!
Die Endmontagehalle wurde zusammengeräumt und hergerichtet. Alle anderen Hallen wurden aufgeräumt und gefegt (Gut, wenn es mal wieder gemacht wird!) und mit Absperrbändern Wege für die Besucher gekennzeichnet.
Auch die Büros und der Hangar waren zugänglich.
Und was gab es nun zu erleben, oder - besser gefragt - was haben SIE verpasst?:
Sie konnten dann allein durch die Produktion wandern und fanden überall unsere Mitarbeiter, die Ihnen die Herstellung eines Flugzeuges anhand Ihres eigenen Arbeitsplatzes erklärten. Das war für unsere Leute übrigens auch eine schöne und ungeahnte Erfahrung - dass nämlich ihre Arbeit von externen Besuchern offensichtlich mit großem Interesse betrachtet und bewundert wurde. Wenn man jeden Tag an den Flugzeugen baut, stellt man sich selbst gar nicht vor, wie die eigene Arbeit auf andere wirken mag!
Ein Flugsimulator mit großer Videoleinwand wurde besonders von unseren zukünftigen Kunden, den schon etwas älteren Kindern benutzt, die mit einer Boeing 777 Rollen und Loopings flogen. Arme Paxe!
Niemand hat die vielen Menschen gezählt. Wir können nur schätzen, dass wir etwa 700 Leute in unserem Betrieb hatten und das dürften auch etwa 700 fröhliche und zufriedene Gäste gewesen sein.
Viele kamen zu mir, meiner Frau oder den Mitarbeitern und äußerten sich bewundernd über unsere schönen Produktionshallen, über die Freundlichkeit unserer Leute, ohne die wir solche eine Veranstaltung nie hätten machen können und über unsere Produkte.
Und das Wetter war auch auf unserer Seite. Es war nämlich so absolut grauselig, dass niemand an dem Tag irgendetwas auf einem Flugplatz machen konnte und so zu uns kam. Nur leider fiel so die Kunstflugvorführung der DG-1000 ins Wasser.
Ja, in aller Bescheidenheit gesagt, war es eine rundherum gelungene Veranstaltung und hat uns viel Freude gemacht.
Ein Dankeschön an dieser Stelle für unsere engagierten Mitarbeiter - es waren alles Freiwillige!
Guten Tag Herr Weber,
ich war am Wochenende Ihres Tages d. O.Tür zufällig in Stuttgart und bin dann natürlich auch mal zu Ihnen gekommen.
Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer neuen Produktionshalle, gute Geschäfte und immer viel Liquidität!
Ganz besonders möchte ich mich nochmals bedanken bei Ihren Mitarbeitern vom Infostand und bei einem anonymen Finder meiner Brieftasche, die ich beim Verlassen meines Autos offenbar aus der Jackentasche verloren hatte und die komplett mit allen EUROS und viel wichtiger noch mit allen Papieren und Karten abgegeben wurde.
Es gibt sie noch die ehrlichen Finder. (Ist das Segelflieger-like?)
Vielleicht können Sie mein Dankeschön mal in einem Ihrer Infos aufnehmen.
Sollte der Finder mal in Berlin sein, ist er hiermit herzlich eingeladen zu einem Flug mit DG 500M oder per Motor mit Ruschmeyer R90.
Nochmals alles Gute für Sie und Ihr Haus,
herzl. Grüsse aus Berlin sendet
Ludwig Vogt
Durch die Übernahme von Rolladen-Schneider haben wir so viele neue Kunden bekommen, dass wir allein schon für diese einen neuen "Tag der offenen Tür" veranstalten wollten. Natürlich waren auch alle DG Kunden und sonstige am Segelflug interessierte liebe Menschen eingeladen.
Wir werden die DG-1000 im Einsatz haben für eine Kunstflug-Vorführung und Demoflüge.
Ob wir die Besucherzahlen von 2002 sogar überbieten konnten???:
"Was ist denn hier bloß los?" - das war die häufigste Frage, die unsere Kunden bei der Begrüßung stellten. Nicht, dass Sie etwa nicht gewusst hätten, was heute bei uns laufen sollte, sondern weil sie einfach im Umkreis von etwa 1 km im Industriegebiet keinen Parkplatz mehr finden konnten.......
Sie kamen fast aus ganz Europa. Wir hatten Gäste aus Italien, Schweiz, Oesterreich, Luxemburg, Belgien, viele Holländer und sogar England war vertreten. Eine Segelfluggruppe aus Potsdam kam zwar nicht aus dem Ausland, hatte aber auch einen langen Anfahrweg zurück gelegt.
Wie viele Leute kamen? Wir wissen es nicht, wer hätte sie zählen sollen? Nur waren um 16.00 Uhr die 550 CD`s aufgebraucht, die wir für unsere Gäste gebrannt hatten und wenn ich bedenke, dass lange nicht jeder eine erhielt und haben wollte, so ist eine Schätzung von 1.000 Gästen sicher nicht unrealistisch.
Und es war für alle ein großes Vergnügen, wie uns vielfach gesagt wurde.
Das Programm des ersten Tags der Offenen Tür, wie es oben beschrieben wurde, lief auch diesmal wieder komplett ab.
Dazu kamen aber eine Reihe weiterer Exponate in Form von LS-Flugzeugen
Alwin Güntert flog eine gekonnte Aerobatik-Schau mit der DG-1000S (Die Schleppmaschine musste "natürlich" wieder kopfüber schleppen
),
zwei junge Leute flogen interessante Saalflugmodelle um unsere Druckluftleitungen herum (Faszinierend, wie sich deren Technik weiter entwickelt hat!)
und überall informierten sich die Besucher bei unseren Mitarbeitern über Details der Fertigung. Ganz besonders genau wurde die Methode hinterfragt, wie wir unsere Hauptholme verkleben.....
Eine Verlosung brachte zusätzliche Spannung. Den ersten Preis, eine Woche fliegen mit einer DG-808S, gewann kurioserweise ein Mitglied meines Heimatvereins aus Bielefeld.
Nein - keine "Schiebung", denn die beiden kleinen Glücksfeen, die sehr ernsthaft die Lose heraus fischten, waren völlig unbestechlich!
Fast alle unsere Mitarbeiter waren anwesend, obwohl es ihre Freizeit kostete. Aber so etwas macht eben auch ihnen Spaß und sie hatten mit viel Liebe und Überlegung den Ablauf organisiert und die Halle dekoriert. Wie überhaupt alles von uns selbst gemacht worden war.
Das Wichtigste dieses Tages kann ich allerdings kaum an Sie übermitteln:
Es war die Freude unserer Gäste, bei uns im Hause mit anderen Piloten zusammen sein zu können, Freunde zu treffen, interessante Gespräche zu führen und Informationen direkt vom Hersteller zu bekommen.
Und wenn das alles so harmonisch abläuft, freuen sich auch alle Mitarbeiter und freut sich der Chef.
"Das machen Sie doch hoffentlich bald mal wieder!", wurden wir mehrfach aufgefordert.
Mal sehen - wenn wir wieder etwas Neues zu präsentieren haben......
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....und dann sagte noch der kleine Junge zu seinem Vater:
"Du Papa, da war ein Mann mit einem weißen Bart, der hat mir alles erklärt. Und der wusste auch alles!
Das war bestimmt der Hausmeister!"
Noch stehe ich unter dem Eindruck den die vielen Besucher, Gäste und Interessenten die ich gestern beim Tag der offenen Tür, zu der die DG-Flugzeugbau eingeladen hatte, bei mir hinterließen.
Ich denke es waren viele hundert interessierte Segelflieger die da durch die Hallen streiften. Sektempfang beim Betreten der Halle. Herzliche Begrüßung durch Frau Weber und dann streifte auch ich durch die Hallen, wie schon vor zwei Jahren..
Der erste Freund den ich traf, war Uli Schwenk. Er war im Gespräch mit dem Chefkonstrukteur Wilhelm Dirks, den ich nun nach Jahren auch kennen lernte. Das war also der Mann der meine DG-400 in seinem Kopf entwickelt und dann auch mit der damaligen Mannschaft gebaut hat.
Im Laufe der nächsten Stunden traf ich noch mehrere Freunde, Freunde die ich so im Laufe meines langen Segelfliegerlebens kennen gelernt hatte, meist irgendwo in Südfrankreich. Mit diesen Freunden gab es dann kurze oder längere Gespräche, was ja auch wohl im Sinne von Friedel Weber war. Hier trafen Segelflieger auf Segelflieger und überall wo Segelflieger mit Segelfliegern zusammen kommen, gibt es Gespräche (nicht nur über laminare Profile und Gleitwinkel), sondern über Erlebnisse und Außenlandungen.
Um 12 Uhr erfolgte der programmgemäße Simulations-Not-Ausstieg aus einer DG, kommentiert von Chef Friedel Weber selbst, gekonnt und verständlich.
Mit kurzen Worten wurde auch die Situation richtig gestellt die sich aus der Fortführung der Firmen LS-DG ergeben hatten. Das war gut und wichtig.
Nun hatte ich Zeit. Immer wieder fand ich jüngere oder älter Segelflieger und band diese in ein Gespräch mit mir ein. Es war fast immer das gleiche Thema. Fehlende Jugendliche, Geldmangel, schwacher Vereinsbetrieb, wenig Motivation, mit Arbeit überlastete Vorstände, fehlende Koordination in den Vereinen, fehlende PR auch innerhalb der Vereine. Gut motiviert waren die Freunde, die ich von Sisteron und Aspres her kannte. Piloten, die man in Sisteron oder in Aspres trifft, braucht man nicht zum Fliegen zu motivieren, die sind in ihren Genen motiviert.
Etwas abseits betrachtete ein mittelalterliches Ehepaar eine DG-808. Ich frage die Beiden so beiläufig, ob sie sich „ihre Neue“ ansehen? Da meint er etwas wehmütig: Er komme aus einem kleinen Verein zwischen Alb und Bodensee und da sehe die Zukunft wenig rosig aus. Sie hätten vor Jahrzehnten mit jugendlicher Begeisterung angefangen und jetzt wären einige schon Rentner, aber es werde noch am Sonntag geflogen. Auch die Zahl der Schüler wäre kleiner geworden. Eine Schleppmaschine oder einen Motorsegler habe man sich nicht leisten können. Potente Mitglieder seien zu Flugplätzen mit Wochentagsflugbetrieb abgewandert. Und da standen die Beiden und träumten ein wenig. Wir träumten dann noch ein wenig zu dritt. (Ich verschwieg meine DG-400). Das hätte den Beiden sicher weh getan.
Zwei junge Akademiker von Mannheim. Beide müssen z.Zt. „kurz treten“ wegen des Studiums, erzählten mir von ihren Plänen und ich erzählte von meinen Erlebnissen. Wir hatte unsere Freude am Gespräch. Ich hörte, wo der Schuh drückt und die Beiden wurden von mir motiviert. Viel zu spät habe ich bemerkt, dass es eigentlich meine Aufgabe gewesen wäre, die Besucher nach ihren Zielen und Motiven und warum sie nach Bruchsal kamen zu befragen, zu interviewen. So blieb es bei der Handvoll Einzelgespräche, aber die waren ja auch schon ganz aufschlussreich. Einen jungen Piloten beobachtete ich bei einer Sitzprobe in der 800. Der hatte sogar seinen Fallschirm dabei, denn er wollte wohl wissen, wie er mit seinen langen Beinen Platz hätte. Und er hatte Platz! Das bestätigte auch sein Vater. den er wohl vorsorglich dabei hatte (schon wegen der Haltergemeinschaft !!!). Ich denke der war ein "Potentieller".
..... und dann saß ich bei einer Tasse Kaffee, die mir der Miniatur-Zeppelin mit seinen Schwenktriebwerken gekühlt hatte, und betrachte so die Besucher, die diskutierten. Da waren „Fachleute“ beim Gedankenaustausch. Und ich sah die kommende Generation, die kleinen Besucher die ihre Freude am Video mit dem Joystick hatten. Starten, Hochziehen, Looping , Rolle, Absturz - lachen! Alle hatten ihr Erfolgserlebnis. Einen 11-Jährigen, fragte ich, ob er auch schon im Segelflugzeug geflogen sei? „Na klar“ sagt er, schon oft, sein Vater sei doch Fluglehrer. Ich frage weiter, ob er auch Segelflieger werden wolle. Er überlegt kurz und meint dann, das müsse er sich erst noch überlegen. (Wo blieb da die Motivation durch den Vater ?)
Und plötzlich dachte ich an die Freiflugvoliere in Walsrode. Das war eine supergroße Tennishalle. In dieser „Freiflughalle“ flogen hunderte von Vögeln von Baum zu Baum von Strauch zu Strauch, von Ast zu Ast. Auch einige Geier oder Adler saßen auf den höchsten Bäumen in der Nähe ihres Horstes. Ab und zu drehte einer eine Runde, wenn auch ohne Thermik und sah wohl im Geist unter sich und in der Ferne die mexikanische Pampa. Die kleinen Vögel vermissten die Freiheit nicht. Hunderte von Vögel lebten da in einer scheinbaren Freiheit, suchten Würmer und fraßen Körner, die die Wärter ausgestreut hatten. Sie badeten in Rinnsalen oder kleinen Teichen.Damals in Walsrode dachte ich schon: Genau wie auf einem Flugplatz. Die kleinen Vögel machen ihre Platzrunden , fliegen von Platz zu Platz, leben im Schwarm oder als Einzelgänger und über allen, oben im Zenith die großen Streckenflieger, die Adler mit ihrer Sehnsucht im Herzen.
Und so war es auch hier in den Hallen von DG-Flugzeubau. Alte Adler erzählten von Flügen vor Jahrzehnten oder von solchen von gestern und junge Adler träumten von erweiterten Platzrunden oder von Flügen in der DMSt oder gar von Flügen in der langen Welle. Soviel Wünsche, Ziele und Erinnerungen findet man wohl sonst bei keiner Ausstellung auch nicht in Friedrichshafen in einer Halle. Hier hat die Familie Weber mit ihrer Mannschaft nicht nur eine Türe aufgemacht, nein da waren Erlebnisse und Hoffnungen pur zu spüren. Selbst ich rechnete im stillen wie ich es anstellen müsste, um meine DG-400 in eine 800 umzutauschen. Im stillen hörte ich meine Frau sagen: Was willst du noch, du hast doch alles erreicht, was sich ein Segelfliegerherz erträumen kann, ja ich hätte weitaus mehr erreicht, als jemals vorausschaubar gewesen sei. Drei Söhne, die fliegen oder doch schon geflogen sind. Selbst der Jüngste (45) ist nun aus Zeitmangel und weil er bereits in einem Segel-Verein im Vorstand ist, nun ein UL-ler mit Schein geworden. Immerhin, drei Piloten in einer Familie, da fehlt es nicht an Gesprächsstoff. Drei Piloten als Nachfolger, dafür habe es früher ein Verdienstkreuz gegeben und nicht nur drei Diamanten für den Vater.
Aus solchen Reminiszenzen holte mich der Werkstattleiter und Prüfer eines benachbarten Vereins zurück.
Auf der Heimfahrt ließ ich den Tag noch mal an mir vorbei laufen und ausklingen. Er war, wenn ich auch nicht in der Luft war, so doch wieder einmal ein Erlebnis, das Erlebnis mit Freunden übers Fliegen reden zu können (und nicht nur wie bei Gruppenabenden über anstehende Arbeiten).
Lieber Friedel Weber, Sie haben mir, und wohl auch vielen Segelfliegern, mit diesem Nachmittag wieder einmal zu einem Segelflugerlebnis verholfen. Dafür bedanke ich mich recht herzlich.
Ich freue mich auf ein weitere Gespräch mit Ihnen und Ihrem Herrn Breit, ein Segelflieger und Flugzeugbauer der sich auch mit der Zukunft beschäftigt.
Ihr
Trotz - oder gerade wegen - des großen Erfolges unserer oben beschriebenen Veranstaltung wollten wir sie nicht zur Regel werden lassen, denn sie nutzt sich sonst ab. Lassen Sie uns doch mal planen, dass wir uns alle zwei Jahre in Bruchsal zum "Tag der Offenen Tür" treffen und zwar immer in dem Jahr, wenn in Friedrichshafen keine "AERO" statt findet.
Wir luden statt dessen zu einer anderen Veranstaltung ein, "dem DG Sicherheitsseminar", welches wir ausrichteten in Zusammenarbeit mit dem Büro für Flugsicherheit des Deutschen Aeroclubs. Namentlich Ottmar Gottschalg als dessen Leiter war gern bereit, uns mit entsprechenden Beiträgen zu unterstützen.
Und es wurde wieder eine rundherum gelungene Veranstaltung mit viel Lob seitens unserer Gäste. Nur ein Wehrmutstropfen ist zu vermelden:
"Safety does not sell!" und so kamen nur etwa 45 Leute zusammen. Es war also ein kleiner Kreis mit einer um so netteren Atmosphäre. Der Anfang war schwierig durch unerwarteten Schneefall und einen Unfall auf der A5 kurz vor Bruchsal. So begannen wir mit Verspätung, bis die Letzten eingetroffen waren.
Ottmar Gottschalg berichtete von Windenstart-Unfällen und ihrer Vermeidung, von neuen Entwicklungen wie Elektrowinde und Kunststoffseil.
Jürgen Knüppel erklärte sehr professionell und spannend die an sich trockenen Zusammenhänge, wie der Organismus sich mit Sauerstoff versorgt und wie man sich als Pilot in Höhen ab 3.000 m verhalten muss. Nach dem Mittagessen zeigte er detailliert die neuesten Entwicklungen bei elektronisch gesteuerten Sauerstoffanlagen - EDS-Geräten.
Günter Horn - auf dessen Initiative diese Veranstaltung zurück ging - zeigte uns auf, dass der Mensch aufgrund seiner Veranlagung an sich gar nicht zum Fliegen geeignet ist und worauf wir achten müssen, damit unsere natürlichen Defizite uns nicht in Schwierigkeiten bringen. Hier ist seine Präsentation.
Nachdem Ottmar dann noch einmal zum Thema "Zusammenstöße in der Luft" Stellung nahm und das FLARM Gerät mit Videos erklärte, machten wir zum Schluss noch einen NOAH-Ausschuss, der ja immer spektakulär und überzeugend anzusehen ist.
Fragen, Diskussionen, Betriebsbesichtigung etc. rundeten das Programm ebenso ab, wie der von unseren Azubis selbst gebackene Kuchen.
(Ich will Details der Vorträge hier gar nicht erwähnen, denn es soll noch ein Bericht für verschiedene Segelflugzeitschriften geschrieben werden, dem ich hier nicht vorgreifen will.) Alle Beteiligten dankten jedenfalls für den schönen und interessanten Tag und ich geben diesen Dank an unsere Mitarbeiter weiter, die durch ihren freiwilligen Einsatz zum Gelingen beigetragen haben.
Jürgen Knüppel hat mich dann noch angesprochen, ob er nicht diese schöne Atmosphäre in unserem Betrieb für seine nächste Jahrestagung der Studiengruppe "Human Factors" nutzen könne - vielleicht anlässlich einer anderen Veranstaltung? Und so machten wir gleich einen Termin aus:
Der nächste "Tag der Offenen Tür" bei DG Flugzeugbau findet am 18.2.2006 statt und parallel dazu tagt die "Human Factors Gruppe" bei uns im Konferenzsaal, wobei sicher der eine oder andere der "hochkarätigen Herren" für uns "einfach gestrickte Segelflieger" bei dieser Gelegenheit einen interessanten Vortrag halten wird.
Die Veranstaltung beginnt um 10.00 Uhr, Sie sind herzlich eingeladen und tragen Sie sich den Termin unbedingt schon heute in Ihren Kalender ein! 

Es mag entweder am mangelnden Sicherheitsinteresse der Segelflieger oder an den widrigen Witterungsverhältnissen im Winter liegen, dass sich nur 45 Teilnehmer am 19.Februar in den heiligen Hallen von DG-Flugzeugbau zu einem DG-Sicherheitstraining einfanden. Tatsächlich gestaltete sich die Anreise durch anhaltende Schneefälle schwierig, und so begann die Veranstaltung mit ein wenig Verspätung.
Als Tagungsort wurde die Endmontagehalle von DG umgestaltet, und man saß in gemütlicher Atmosphäre, umrundet von Segelflugzeugen, die man in den Pausen von Nahem betrachten konnte. Friedel Weber und seine Mitarbeiter waren gern bereit, die eine oder andere Frage zu den Flugzeugen zu beantworten. Auch für Verpflegung war gesorgt, aber am wichtigsten waren die Vorträge, gehalten von Ottmar Gottschalg, Jürgen Knüppel und Günter Horn.
Den Reigen der Vorträge eröffnete Ottmar Gottschalg, Leiter des Büros für Flugsicherheit des DAeC in Braunschweig. Er widmete sich den Themen "Unfälle beim Windenstart" und "Kollisionen in der Luft". Die Ursachen für Windenstartunfälle sind vielfältig:
Bodenberührung der Tragfläche und Ausbrechen des Flugzeuges (z.B. durch zu hohen Grasbewuchs), zu steiler Anstellwinkel und daraus resultierender Strömungsabriss, Seilriss und fehlende bzw. falsche Reaktionen des Piloten oder Fehler des Windenfahrers. In Hinblick auf die Windentechnik hat sich in den letzten Jahren einiges zur Verbesserung der Flugsicherheit getan. Die neu entwickelten Kunststoffseile sind wesentlich leichter und haben ein geringeres Dämpfungsmoment als Stahlseile. Ein Überrollen des Seils oder eine Überbelastung des Flugzeugs während der Startphase kann auf diese Weise verhindert werden. Neue Elektrowinden gewährleisten einen wesentlich kontinuierlicheren und ruhigeren Schleppvorgang. Zuerst hängt jedoch der sichere Windenstart vom Trainingszustand des Piloten ab. Wer beispielsweise mindestens einmal im Jahr eine Seilrissübung mit Lehrer durchführt, leistet einen großen Beitrag zur eigenen Sicherheit. Auch Piloten, die den F-Schlepp oder Eigenstart bevorzugen, sollten regelmäßig den Windenstart üben.
Training ist auch beim späteren Fliegen gefragt, um einen Zusammenstoß mit einem anderen Flugzeug zu vermeiden. Segelflieger sind die einzigen Piloten, die das direkte und enge gemeinsame Fliegen im Bart oder am Hang suchen. Hierbei ist ein rücksichtsvolles, defensives Fliegen und die Einhaltung der Flugregeln gefragt, um sich und andere nicht unnötig in Gefahr zu bringen. Vor allem im Gebirge ist das rechtzeitige Erkennen durch die fehlenden Kontraste zwischen schneebedeckten Bergen und Segelflugzeugen schwierig. Abhilfe schaffen da vor allem signalfarbene und Spiegelfolien. Seit letztem Sommer ist das Kollisionswarngerät FLARM ("flight alarm") auf dem Markt und findet in der Schweiz reißenden Absatz. Bereits 80 % der schweizerischen Segelflieger haben solch ein Gerät an Bord, das dabei hilft, andere Segler auf Kollisionskurs rechtzeitig zu erkennen und den Piloten zu warnen. Allerdings nur, wenn der mögliche Kollisionsgegner dieses Gerät ebenfalls an Bord hat. Diese Entwicklung hat einen großen Anteil daran, den Luftraum für Segelflieger sicherer zu machen. Auch im Flachland sind Segelflieger nicht immer gut zu erkennen. FLARM ist also nicht nur im Gebirge gut.
Ein weiteres, vorrangig im Gebirgsflug beheimatetes Problem sprach Jürgen Knüppel, Flugarzt der Luftwaffe, in seinem Vortrag an: den Sauerstoffmangel und seine Folgen. So treten Sauerstoffmangelerscheinungen bereits ab 3000 m Höhe auf. Diese sind je nach Person verschieden und äußern sich vor allen durch Schwindel, Übelkeit, Benommenheit, Seh- und Konzentrationsstörungen oder Euphorie. In den meisten Fällen werden diese Anzeichen nicht selbst wahrgenommen. Besonders anschaulich konnten alle Teilnehmer die Folgen der Hyperventilation im Selbstversuch testen. Hierbei wird durch hektisches Atmen ein Überangebot von Sauerstoff aufgenommen, welcher nicht umgesetzt werden kann. Der Körper reagiert hier wie auf Sauerstoffmangel mit den gleichen Symptomen. Die einzige Möglichkeit zur Problembehebung bei Hyperventilation besteht in ruhigem Atmen und im Verlassen der höheren Flugzone und Absinken auf 3000 m. Im Anschluss daran erklärte Jürgen Knüppel noch einmal die Vorteile eines EDS-Systems.
Danach folgte Günter Horns Vortrag über Human Factors für Privatpiloten. Ziel dieses Vortrages war es, die Stärken und Schwächen des Menschen auszuloten und dadurch eigene Erkenntnisse über das fliegerische Verhalten zu gewinnen. So tragen sehr viele Faktoren zur Entwicklung eines Unfalls bei. Die physische und psychische Verfassung des Piloten ist hierbei ebenso wichtig wie das Umfeld im Verein und beim Flugbetrieb.
Für jeden Piloten ist der Aufbau eines Sicherheitspotentials wichtig. Dazu gehören die Ausbildung, Weiterbildung und das ständige Auffrischen bereits erlernter Verhaltensmuster. Auch Fehler sind sinnvoll, wenn sie rechtzeitig erkannt und beseitigt werden. Fakt ist: "Nur wer sicher fliegt, hat längerfristig Spaß am Fliegen".
Zum Abschluss dieses gelungenen Seminars bekam ein mutiger Freiwilliger die Chance, das von DG entwickelte Rettungssystem NOAH im Selbstversuch zu testen. Diese Notausstiegshilfe besteht aus einem Luftkissen, das sich nach dem Auslösen innerhalb von Sekundenbruchteilen aufbläst und den Piloten aus dem Cockpit katapultiert. Im Falle eines Zusammenstoßes oder einer anderweitigen Notsituation hat ein Pilot viel bessere Chancen, das defekte Flugzeug in kürzester Zeit zu verlassen.
Das Sicherheitstraining bei DG war eine gelungene Veranstaltung, die der Wiederholung bedarf. Termine für die nächsten Veranstaltungen sind auf der Internetseite von DG-Flugzeugbau unter www.dg-flugzeugbau.de zu finden. Die Vorträge von Ottmar Gottschalg stehen wie immer bei www.daec.de. Es bleibt zu hoffen, dass durch die ständig neuen sicherheitstechnischen Entwicklungen und durch sicherheitsbewusstes Denken die Unfallzahlen sinken und Segelfliegen noch sicherer wird.
Karolina Kiese

Es ist ja fast schon Tradition, in jedem Jahr, in dem keine "Aero" in Friedrichshafen stattfindet, einen "Tag der Offenen Tür" bei DG Flugzeugbau zu veranstalten! Und so geschah es wieder am 18. Februar 2006 um 10.00 Uhr in unserem Hause.
Was soll man sagen: Es war "wie immer" - und das ist eigentlich das höchstmögliche an positiver Beurteilung!
Es kamen etwa so viele Leute wie 2004 - also vielleicht eintausend oder so. Wir hatten den Eindruck, dass es diesmal ganz besonders viele hoch interessierte Piloten waren, die sehr genaue Fachfragen stellten und von denen ganz nebenbei einer eine DG-808C kaufte..... Das freut doch auch!
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Zum ersten Mal stellten auch eine Reihe Lieferanten von Zubehör bei uns aus, von Solarzellen über Bordgeräte, Abdeckbänder zu den schon bekannten Anhängern. Und zusätzlich hatten wir einige Künstlerinnen, die gemalte Bilder und Schmuck anboten. Alle externen Aussteller waren sehr zufrieden, da sie die potenziellen Kunden in einer Atmosphäre ohne die Hektik einer großen Messe sprechen konnten.
Gleichzeitig mit unserer Veranstaltung fand Treffen der "DAeC AG Human Factors", statt, mit der schon die erste Fassung des "Human-Factor-Fragen-Kataloges für die General Aviation erarbeitet wurde.
Die Konferenz wurde von Jürgen Knüppel moderiert und zwischendurch kam man immer mal auf eine Pause zu uns, um sich am Bierstand zu erholen. Näheres dazu finden Sie hier!
Und der Verein an unserem Flugplatz nutzt die Veranstaltung zur "Siegerehrung der DMSt Region Rhein-Neckar-Enz".
Es war wieder ein "rauschendes Fest" und hat allen viel Spaß gemacht.
Anlässlich unseres Tages der Offenen Tür hatten wir am Vortag zu einem Internationalen Vertretertreffen eingeladen. Wir wollten einfach mal alle Kollegen auf einmal zusammen in Bruchsal vereint sehen, damit sie sich auch untereinander kennen lernen. Ich persönlich hatte prophezeit, dass "dauernd keiner kommen wird" aus Neu-Seeland, Australien, Amerika Süd-Afrika usw. Das war aber eine eine krasse Fehleinschätzung, denn bis auf den japanischen Kollegen, der wirklich eine gute "Entschuldigung" hatte, kamen ALLE zu uns. Die Europäischen Kollegen sowieso!
Und alle waren begeistert von unserem Umfeld, von der Möglichkeit, mal alle Kollegen kennen zu lernen und vor allem am nächsten Tag von den Besuchermengen am Tag der Offenen Tür. Für Sie als Piloten haben unsere Vertreter plötzlich "ein Gesicht" bekommen, wie Sie es in unserer Adressenliste sehen können. Und unsere Vertreter selbst können sich bei Problemen nun viel besser untereinander austauschen, was letztlich auch Ihnen zugute kommt.
Das Wort "jetlag" war sicher eines der meist verwendeten in diesen Tagen. Kam doch unser spanischer Kollege Pepe Gresa von einem sechswöchigen Fliegerurlaub aus Australien extra für 4 Tage zu uns..... Nur Dick Bradley freute sich, denn Bruchsal hat die gleiche Zeitzone wie Süd-Afrika.

Pressemitteilung:
Zu ihrem jährlichen Herbsttreffen fanden sich diesmal die Piloten der deutschen Segelflugnationalmannschaft in den Räumen von DG-Flugzeugbau in Bruchsal ein. Eingeladen hatte Holger Back, Mitglied der Nationalmannschaft und Geschäftsführer bei DG Flugzeugbau.
In Anwesenheit vom Bundestrainer und hochrangigen Sportfunktionären war der besprochene Themenkreis entsprechend breit gefächert. Angefangen vom sportlichen Rückblick auf die vergangene Saison über die Diskussion und Beschlussfassung diverser sportpolitischen Themen war genügend Gesprächsstoff vorhanden.
Zum Schluss wurde die vorläufige Nominierung für die Europameisterschaften im kommenden Jahr festgelegt. Freuen konnte sich unter anderen Holger Back, der auch in der neuen Saison international an den Start gehen darf.
Bei den Europameisterschaften im französischen Issoudun wird er Anfang August 2007 in der 18m Klasse die deutschen Farben vertreten.
