Aus der Insolvenz der Rolladen-Schneider GmbH übernahmen wir bekanntlich den Prototypen der LS10, mit dem unser Geschäftsführer Holger Back im Jahre 2005 Deutscher Meister in der 18m Klasse wurde. Aber diesen Prototypen wollen wir für die Serienfertigung natürlich noch umfangreich verbessern.
Ende 2005 hat es dazu eine Reihe von Konzeptgesprächen gegeben und vor allem ein umfangreiches Typenfliegen. Das heißt, dass alle leitenden Mitarbeiter des Hauses DG verpflichtet wurden, nicht nur die Flugzeuge unserer Produktion (DG-808, LS8, LS10) sondern auch die der Mitbewerber zu fliegen und unmittelbar nach dem Flug jeweils ein Protokoll über die Flugeigenschaften - die positiven wie auch die negativen - anzufertigen. Die Ergebnisse wurden gesammelt, mit der vielen Zuschriften unserer Kunden abgeglichen und aus der Summe der Erfahrungen die Anforderungen an die neue LS10 - "made by DG Flugzeugbau" - definiert. Grundsatz dabei war auch, die LS10 nicht zu "ver-DG-isieren", ihr also bewusst die bewährten LS-typischen Merkmalen zu lassen.
Die LS10 wird sich vom derzeitigen Modell in folgenden Punkten unterscheiden:
Alle LS10-Flugzeuge sind automatisch "Motor-vorbereitet". Aus Gründen der Produktionsvereinfachung wird der Motorkasten grundsätzlich mit eingebaut. Ein Turbo-Triebwerk ist also immer nachrüstbar, was dem Wiederverkaufswert zugute kommt.
Die LS-typische Fußbremse wird nun wirklich ersetzt durch eine Trommelbremse, die mit dem Bremsklappenhebel gekoppelt ist. Die "Hänle-Tüten" für die Querruder bleiben erhalten.
Der bewährte Höhenruderbeschlag der LS-Flugzeuge bleibt erhalten. Die Außenflügel werden jedoch mit wesentlich einfacheren federbelasteten Bolzen verriegelt, d.h. nicht mehr mit der bisherigen Rändelmutter verschraubt.
Die Schleifsporne an den Flügelenden bleiben erhalten; Flügelräder sind selbst bei einer motorisierten LS10 verzichtbar, da sie kein Eigenstarter sein wird.
Lange Diskussionen gab es um die Position Flügelteilung:
Grundsätzlich wird jeder Flügel geteilt sein, um das Aufbauen zu erleichtern und einen kleineren Anhänger verwenden zu können.
Je weiter außen die Teilung liegt, desto leichter ist natürlich der Außenflügel und desto einfacher und preisgünstiger kann dessen Holmanschluss gebaut werden.
Aber bei einer Teilung bei y=7.250mm - bei der für die 15m-Version also nur ein Flügelende von 0,25m angesteckt werden kann - sind die Flugleistungen in der 15m Klasse jedoch nicht ganz optimal.
Bei weiter innen liegender Teilung wird der Außenflügel dagegen so schwer, dass man ihn nicht mehr allein anstecken kann und das Gesamtgewicht der Flügel wird höher, da der Holmanschluss sehr viel höhere Lasten aufnehmen können muss, was natürlich in der Herstellung auch teurer kommt.
Der beste Kompromiss liegt bei einer Lage der Teilung bei ca. y=7.000mm.
In der 18m-Version ist der Außenflügel dann mit 2m Länge noch so leicht zu handhaben, dass eine Person alleine die Flügel anstecken kann.
Wenn die 15m-Flügelenden von ca. 0,5m Länge mit hohen Winglets ausgerüstet werden, ergibt dies ebenfalls eine optimale aerodynamische Auslegung für 15m Spannweite.
Der 18m Flügel wird die LS-typischen gebogenen Winglets behalten.
Alle LS10 werden vorbereitet sein für eine integrierte Mückenputzergarage, die eine deutliche Verringerung des Luftwiderstandes der MüPu-Anlage mit sich bringt.
Inzwischen hat in Bruchsal die Fertigung der Werknummer 2 begonnen, die noch in der bisherigen Bauweise erstellt wird. Hier sieht man, wie gleichzeitig gemessen und konstruiert wird.

Am 19. Mai 2006 war es soweit:
Rechtzeitig zur Weltmeisterschaft in Schweden hatte die Werknummer 2 der LS10 ihren Erstflug. Sie flog einfach "guuuut" und wird in wenigen Tagen zum Training abgeholt.
Stellvertretend für das ganze Team hier ein Foto der Maschine zusammen mit Helge Kennel, der in den letzten Tagen mehr Zeit an diesem Flugzeug als zuhause verbracht hat.
Die Geschäftsleitung dankt ihm besonders und allen übrigen Beteiligten!

Dieses Flugzeug war noch von Rolladen-Schneider begonnen worden und konnte aufgrund der bekannten rechtlichen Probleme erst so spät weiter gebaut werden. Es ist noch in der "Urfassung", wie auch die Werknummer 1.
Die Nummer 3 dagegen, deren Konstruktion derzeit fast fertig ist, wird noch einmal eine Reihe von Verbesserungen erfahren und stellt die Basis für die Serienfertigung dar.
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Unser Konstrukteur schrieb dazu:
Hallo Friedel,
Heute war es soweit: Nach einer schnellen Endmontage war die zweite Ls10-a flugfertig. Nachdem während des ganzen Tages der Wind zu stark war, wurde es am Ende ruhiger und wir konnten doch noch die Ls10-a und eine neue DG-1000T auf den Flugplatz schieben.
Beim Start konnte man sofort erkennen, dass dieses Flugzeug, von wem die ersten Bauteile noch in Egelsbach vor zwei-einhalb Jahren gefertigt worden waren, sich sehr wohl in seinem Element fühlte, worauf es so lange gewartet hatte.
Die Flugeigenschaften sind genau so schön wie die des ersten Prototypen, und ein paar letzte kleine Bewegungen in der Luft haben es noch möglich
gemacht, einige Meter zu steigen.
Nachdem auch Stefan Dörnemann sein Flugprogramm in der DG-1000T absolviert hatte, kam er zu mir in den Bart hinein, um Helge Kennel, seinen Copiloten auf seinem Flug, einige Fotos machen zu lassen von dem Projekt, welches er in den letzen Monaten mit so viel Begeisterung fertig gestellt hat.
Die Entwicklung der LS10-s und LS10-st zur Produktionsreife geht in Bruchsal mit Macht voran.
Besonders wird auch ein verbesserter Rumpf-Flächen-Übergang gestaltet, um die rumpfnahen Verwirbelungen niedrig zu halten. Beim Prototypen saßen die beiden Flächen nicht gleich. Nun wurde ein spezielles Mock-up aus Holz gebaut, um korrekt anpassen und messen zu können:

Es ist uns eben wahrhaftig nicht ausreichend, einfach nur den Entwurf von Rolladen-Schneider nach zu bauen, obwohl der schon sehr gut war, denn immerhin ist unser Geschäftsführer Holger Back damit Deutscher Meister geworden!
Wir wollen natürlich ein Flugzeug mit der technischen Entwicklung des Jahres 2007 auf den Markt bringen!
Also:
Es geht vorwärts und auf der Aero 2007 werden Sie die erste LS10 sehen - original von DG Flugzeugbau!
Und anschließend kommt die 15m Version der LS10 auf den Markt.

Dies ist eine Messeinrichtung für den korrekten Sitz der Holme und ihrer Anschlüsse.
Es gehört schon viel dazu, bis es fliegt!

Hier sehen Sie die Mückenputzergaragen am ersten neu gestalteten LS10-Rumpf
Im Jahre 2002 hat die Idaflieg bei ihrem Sommertreffen Messungen durchgeführt, um den Einfluss frei stehender Mückenputzer auf den Gleitwinkel eines Flugzeuges zu untersuchen. Die Ergebnisse sind noch nicht "ausdiskutiert" und stehen zur Veröffentlichung noch nicht zur Verfügung. Immerhin ist bekannt, dass der schädliche Widerstand freistehender Putzerflügel - die also nicht in einer "Garage" verschwinden - unerwartet hoch ist und die Sinkgeschwindigkeit des Flugzeugs messbar erhöht.
Sobald etwas "offiziell" veröffentlicht wird, werden Sie davon bei uns lesen können.
Auf jeden Fall erhält die LS10 "Mückenputzergaragen".
Seit dem Erfolg auf verschiedenen Wettbewerben ist es um die LS10 etwas ruhiger geworden, meint man. Doch der Schein trügt. Mit Hochdruck wird in Bruchsal an den Vorbereitungen zur Serienfertigung gearbeitet. Von der Öffentlichkeit unbemerkt wurde in den letzten Wochen bereits der größte Teil der Flugerprobung absolviert. Als Erprobungspilot wurde Micro Scholz ? seinerzeit der Chefkonstrukteur bei Rolladen Schneider und heute Ingenieur im Steinbeis-Transferzentrum Stuttgart ? verpflichtet. Aufgrund seiner mehrjährigen Tätigkeit im Unternehmen LS ist er für diese Aufgabe prädestiniert. Bislang verliefen zu Freude aller am Projekt Beteiligten alle Tests ohne Probleme oder Beanstandungen.
Parallel zur Flugerprobung wurde ? insbesondere wenn das Wetter nicht mitspielte ? an Detaillösungen und Modifikationen gearbeitet. Die ausgiebige Breitenerprobung der zwei Prototypen während der letzten Monate zeigte auf, wo noch Verbesserungspotential bestand.
Offensichtlich ist die neue aerodynamische Verkleidung der Seitenflossenhutzen.
Die größten Veränderungen jedoch fanden im Cockpit statt. So wurde beispielsweise für die Serie die Position der Fußwanne geändert. Nun finden auch große Füße genügend Platz.
Um die ohnehin schon gute Sicht nochmals zu verbessern, konnte das Instrumentenbrett weiter abgesenkt werden ? und das ohne Platzeinbußen für die Instrumentierung. Ein wesentlicher Beitrag für mehr Sicherheit.
Der Sicherheit dient auch der Einbau des Piggott-Hakens zu Vermeidung des unbeabsichtigten Öffnens der Bremsklappen.
Die Bedienkräfte der Wasserballastanlage wurden deutlich verringert; auch die Form der Öffnungshebel wurde optimiert.
Überhaupt standen viele Bedienelemente im Focus der Optimierung. Nimmt man den Wölbklappenhebel, so wurde die Rasterung pilotenfreundlicher und exakter gestaltet ? der Griff selbst mit edlem Leder überzogen. Der Deko-Hebel für das Starten des Triebwerks wurde versetzt und ist nun sehr gut erreichbar. Auch der Trimmknopf wurde ergonomisch optimiert und lässt sich jetzt hervorragend bedienen. Der Verstellknopf für die Fußpedale verschwindet bei der LS10 nach dessen Benutzung dezent in der Sitzwanne ? ein sehr schönes Detail im Vergleich mit dem lang herumbaumelndem Bowdenzug anderer Flugzeuge. Insgesamt macht das Cockpit einen sehr professionellen und aufgeräumten Eindruck.
Der neue Anspruch, Sportlichkeit innen wie außen zu demonstrieren, wird durch die hochwertige Innenpolsterung und kleine Details wie zum Beispiel beidseitige Armauflagen in Leder unterstrichen. Wohlfühlen in allen Details ist das Ziel, welches den Human Factors Rechnung trägt und Topleistungen durch ermüdungsfreies Fliegen garantiert.
Sehr große Piloten finden in der LS10 ebenfalls ihren Platz ? ihnen wird durch eine optional erhältliche separate Kopfstütze Rechnung getragen, die anstelle der Rückenlehne verwendet werden kann. Der Umbau funktioniert kinderleicht.
Stand 12.11.07
Es hat schon eine Zeit lang gedauert, bis vier Prototypen und alle Formen und Vorrichtungen fertig waren. Aber nun läuft die Serienfertigung der LS10.

Am 17.6.2009 wurde die LS10 dem Luftfahrtbundesamt in Braunschweig zur abschließenden Beurteilung vorgeführt. Das Flughandbuch steht auch schon zur Verfügung.
Und am 18.12.2009 erhielten wir vom LBA die endgültige Zulassung der LS10.
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